Protonet

Cloud-basierte Projektmanagement-Lösungen der nächsten Generation

Die Gründer
Ali Jelveh (CEO)
und Christopher Blum (CTO):

PROTONET – Das Logo

Das Hamburger Start-up Protonet nutzte bereits zwei Mal Crowdfunding, um die Entwicklung eines Servers zu finanzieren. Nach einem ersten Funding über 200.000 Euro im November 2012 wurden in einer zweiten Kampagne im Juni 2014 innerhalb von fünfeinhalb Tagen rund 3 Millionen Euro eingesammelt – inoffizieller „Weltrekord“ im Finanzierungstempo.

 

9. Februar 2017 - Meldung aus aktuellem Anlass: Nach Informationen des Portals t3n.de hat Protonet am 7. Februar 2017 einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Hamburg gestellt. Das untenstehende Interview wurde im Jahr 2015 geführt.

 

Herr Jelveh, warum haben Sie sich dafür entschieden, mit Ihrem Unternehmen Crowdfunding zu nutzen?

Keine Unternehmensgründung schafft es ohne Partner, die an die Vision glauben. Für ein Start-up ist es zudem als junges Unternehmen nicht einfach, schnell gute Finanzierungmöglichkeiten zu finden, um die eigene Geschäftsidee umsetzen zu können. Das liegt natürlich zum einen daran, dass erst einmal der Beweis angetreten werden muss, dass der erdachte Business Plan überhaupt funktioniert. An Finanzierungsmöglichkeiten gibt es dann beispielsweise Bootstrapping, Business Angels, Venture Captialists (VC) oder eben Crowdfunding. Das Crowdfunding ermöglicht es, im Gegensatz zum klassischen Business Investment, die unternehmerische Freiheit zu bewahren. Außerdem ist das Crowdfundig an sich bereits ein effektives Marketing-Tool. Die Crowd wird zur Community. So hatten wir die Chance, bestehende Netzwerke und die Erfahrungen unser Investoren zu nutzen.


 

Wie waren Ihre Erfahrungen mit der Einwerbung der Mittel? Was hat Sie überrascht?

Wir waren vom Erfolg des Crowdfundings 2014 völlig überrascht. Natürlich hofft man auf einen Erfolg, aber dass er so groß ausfällt, damit hatte keiner von uns gerechnet. Innerhalb der ersten 89 Minuten haben wir 750.000 Euro gesammelt und dabei gleichzeitig einen neuen Weltrekord aufgestellt. Eine Million Euro waren in 3,5 Stunden erreicht, die komplette Investitionssumme von 1,5 Millionen Euro bereits in 10 Stunden und 8 Minuten realisiert. Wir waren sprachlos, denn viele interessierte Investoren konnten nicht mehr mitmachen. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde eine weitere Phase für nochmals 1,5 Millionen gestartet. Mit sowas rechnet man einfach nicht. Auch diese Investitionssumme wurde erreicht und wir konnten so insgesamt 3 Millionen Euro in 133 Stunden einsammeln.

 

Ihre Beteiligung läuft seit rund eineinhalb Jahren. Gibt es aus dieser Zeit Erfahrungen mit Ihrer „Crowd? Haben Ihre Anleger Fragen, Rückmeldungen, Wünsche an Sie gerichtet?

Die Kommunikation mit unseren Investoren ist für uns sehr wichtig. Wir stehen beispielsweise über die Seedmatch-Plattform im ständigen Kontakt mit unseren Investoren. Hier gibt es regelmäßige Updates zu Protonet, Fragen werden gestellt und von uns beantwortet.

Der persönliche Kontakt zur Crowd ist aber dadurch nicht zu ersetzen. Wir haben in 2015 beispielsweise unsere Crowd zweimal nach Hamburg eingeladen: Im Februar zu einer Crowdversammlung und im Oktober zu unserer Keynote. Auf beiden Veranstaltung haben wir dabei wichtige Weichenstellungen und strategische Entscheidungen vorgestellt, wie etwa den Start der „Free Your Data“-Kampagne, Produktneuankündigungen wie SOUL Live, die Neuausrichtung unseres Partnergeschäfts, die Neupositionierung als Lösungsanbieter und die Entwicklung der Projekt-Management-Plattform SOUL. Ebenso stellten wir unsere Idee vor, zukünftig Tools im SmartHome-Bereich zu schaffen, die Menschen dazu befähigen, ihre Datenhoheit zurückzuholen. Dazu gab es auch die ersten Anwendungsbeispiele direkt zu sehen. Auf unseren Veranstaltungen gibt es immer auch die Gelegenheit für einen persönlichen Meinungsaustausch.

Viele unserer Investoren sind gleichzeitig auch unsere Kunden und engagierte Nutzer unsere Lösungen. Auch hier gibt es einen offenen Meinungsaustauch und sehr viele Verbesserungsvorschläge, die wir bei der Produktweiterentwicklung umsetzen, kommen aus der Community. Es ist daher wichtig, nie den Kontakt zu seiner Crowd zu verlieren.

 

Welche Tipps haben Sie für Nachahmer?

Crowdfunding ist nicht zwangsläufig für jeden Gründer die richtige Lösung. Eine Crowdfunding-Kampagne sollte gut überlegt werden und dabei exakt ausgearbeitet sein. Vor allem ist es viel Arbeit und bedeutet auch immer einen hohen Zeitaufwand. Einen automatischen Erfolg gibt es dabei nicht. Dazu ist die Konkurrenz bei Schwarmfinanzierungen auf den bekannten Plattformen – wie etwa Kickstarter oder Seedmatch – schon zu groß.

Wir hatten das Glück, mit Seedmatch auf Anhieb den richtigen Partner gefunden zu haben. Wir haben vor allem gelernt, dass die gute Vorbereitung, starke Partner, ein tolles Team und natürlich das richtige Produkt entscheidend zum Erfolg beigetragen haben.

 

Was sollten Interessierte aus Ihrer Erfahrung unbedingt vermeiden?

Ich möchte es positiv formulieren: Generell ist die größte Herausforderung beim Crowdfunding, dass hinter der Kampagne ein spannendes Produkt oder ein besonderer Service stehen muss, damit überhaupt ein erstes Interesse beim potentiellen Investor geweckt wird. Das Produkt muss eine gute Geschichte erzählen können, etwas, das im Kopf bleibt. Ebenso muss man einen aussichtsreichen aber realen Business Plan aufstellen und überzeugend präsentieren. Darin liegt die Crux, denn immerhin handelt es sich in der Regel um Produkte, die sich noch nicht am Markt etabliert haben.

 

Würden Sie aus heutiger Sicht wieder Crowdfunding nutzen? Warum?

Ja, Crowdfunding ist für uns immer eine interessante Möglichkeit, insbesondere, wenn es um neue Produkte geht, die eine breite Zielgruppe ansprechen. Rückblickend ziehen wir aus dem vergangenen Crowdfunding ein eindeutig positives Fazit. Was die Finanzierung in der Zukunft betrifft, so setzen wir auch auf Finanzierungsalternativen wie größere Risikokapitalgeber.

 

 

 

 

Zurück

Crowdfunding

Welche Kosten musst Du berücksichtigen?

Kampagne

Welche Eigenschaften solltest Du mitbringen?

Du findest das interessant? Informiere deine Freunde und Bekannten, Sag‘s weiter!