Foodist

„Gourmetüberraschungsboxen“ im Abo

Alexander Djordjevic,
Gründer von foodist.

foodist – Das Logo

ist die Crowdinvestment-Plattform für Startups in der DACH-Region.

Foodist wurde im Oktober 2012 von zwei Absolventen der Hamburg School of Business Administration (HSBA) gegründet. Für den Auf- und Ausbau ihres Geschäftes – dem Versand von „Gourmetüberraschungsboxen“ im Abo – nutzte Foodist drei mal Crowdinvesting und sammelte dabei insgesamt 1.500.000 Euro ein.

Herr Djordjevic, warum haben Sie sich dafür entschieden, mit Ihrem Unternehmen Crowdinvesting zu nutzen?

Crowdinvesting bietet einen großen Vorteil gegenüber anderen Eigenkapitalfinanzierungen, z.B. durch Venture Capital Gesellschaften: Das Datum und somit die Auszahlung des Investments ist fest terminiert. Gespräche mit VC Gesellschaften ziehen sich dagegen oft über viele Monate und der Ausgang ist ungewiss. Zudem ist jeder Crowdinvestor und Interessent der Plattform gleichzeitig auch ein potenzieller Kunde und Multiplikator für uns.

Ehrlich gesagt hatten wir im Jahr 2013 auch kaum eine andere Alternative. Der Online- Lebensmittelhandel steckte in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Das Interesse von Investoren an der Branche Online-Food war insbesondere nach dem Scheitern von Unternehmen wie „Gourmondo“ sehr gering und gleichzeitig war der Erfolg von Startups wie HelloFresh noch nicht absehbar. Die Crowd dagegen hatte schon vor Jahren an den Erfolg von Foodist geglaubt.

Wie waren Ihre Erfahrungen mit der Einwerbung der Mittel? Was hat Sie überrascht?

Insbesondere der Erfolg der dritten Kampagne, in der wir 1.000.000 € Kapital sammelten, hat uns positiv überrascht. In den letzten zwei Jahren sind einige crowdfinanzierte Startups gescheitert und die Euphorie flacht zunehmend ab. Wir haben sehr gut mit den Fundings der ersten beiden Runden gewirtschaftet und jährlich über 300 % Wachstum generiert. Jedoch waren wir uns nicht sicher, ob die eher konservativ eingestellte Crowd Verständnis für die monatlichen Verluste hat, die mit starkem Wachstum einhergehen und uns erneut das Vertrauen über eine Finanzierung gibt.

Ihre Beteiligungen laufen seit rund drei Jahren. Gibt es aus dieser Zeit Erfahrungen mit Ihrer „Crowd? Haben Ihre Anleger Fragen, Rückmeldungen, Wünsche an Sie gerichtet?

Die Kommunikation mit den Anlegern läuft über ein Forum, in dem sich die Anleger untereinander und mit dem finanzierten Startup austauschen können. Dabei posten Anleger vor allem Ideen zur Weiterentwicklung des Geschäftes und üben auch Kritik. Gleichzeitig werden vom Startup quartalsweise Berichte über die Geschäftsentwicklung (Umsätze, Erträge, Produktentwicklung, Personal, Marketing etc.) veröffentlicht. Je nach Ergebnis fallen dann die Kommentare unterschiedlich aus...

Welche Tipps haben Sie für Nachahmer?

Der wichtigste Faktor für eine erfolgreiche Crowdinvesting-Kampagne ist die Vorbereitung. Der Erfolg der Kampagne entscheidet sich in den ersten 48 Stunden. Insgesamt sollten bis zu 6 Monate eingeplant werden, um das Profil einschließlich des Videopitches auf der Plattform perfekt umgesetzt zu haben. Darüber hinaus sollten die Gründer vor Beginn der Kampagne auf Tour gehen und bereits aktive Crowdinvestoren von einem Investment überzeugen. Besonders höhere Investments ab 10.000 € sollten möglichst zeitnah nach Beginn der Kampagne erfolgen, um einen Leuchtturmwirkung auf andere, noch unentschlossene Crowdinvestoren zu erzielen.

Was sollten Interessierte aus Ihrer Erfahrung unbedingt vermeiden?

Crowdinvestoren bilden zusammen genommen eine Schwarmintelligenz. In der Community stecken oftmals Investoren, die Erfahrungen in der jeweiligen Branche haben und öffentlich die richtigen Fragen stellen. Die Gründer sollten nicht den Fehler machen, sich nicht ausreichend Zeit für eine ausführliche, ehrliche und professionelle Beantwortung zu nehmen. Die Community erkennt nämlich Schwachstellen schnell und ist mit ihrem Urteil sehr direkt.

Würden Sie aus heutiger Sicht wieder Crowdfunding nutzen? Warum?

Ja, aus drei Gründen. Erstens erzeugt die Kampagne mediale Aufmerksamkeit, die uns besonders in der frühen Unternehmensphase für die PR, die Gewinnung neuer Kunden und vor allem neuer Mitarbeiter geholfen hat. Zweitens erhalten die Crowdinvestoren eine wirtschaftliche Beteiligung, die ohne Stimmrechte versehen ist. Somit können mein Partner Ole Schaumberg und ich als geschäftsführende Gesellschafter unabhängig und ohne aufwendige Gesellschafterbeschlüsse agieren. Und drittens sind die Renditeerwartungen der Investoren so realistisch, dass uns als Geschäftsführer die Luft gegeben wird, ein nachhaltiges, wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen aufzubauen.

Zurück

Crowdfunding

Welche Kosten musst Du berücksichtigen?

Kampagne

Welche Eigenschaften solltest Du mitbringen?

Du findest das interessant? Informiere deine Freunde und Bekannten, Sag‘s weiter!