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Erfahrungsbericht zum Crowdfunding

Nicole Beholz,
Gründerin von kleinerdrei

kleinerdrei – Das Logo

finmar war eine Crowdlending-Plattform für mittelständische Kredite

Nicole Beholz, geschäftsführende Gesellschafterin der kleinerdrei GmbH, warb über die Plattform finmar.com 12.000 Euro von 20 Privatanlegern ein, um an der Schanze in Hamburg eine mit einem Ladengeschäft für Kinderbekleidung kombinierte Hebammenpraxis zu realisieren.

Frau Beholz, warum haben Sie sich dafür entschieden, mit Ihrem Unternehmen Crowdfunding zu nutzen?

Es gibt Dinge, die passen nicht so gut zusammen. Matjes und Schokolade zum Beispiel. So ähnlich scheint es mit Banken und kleineren Gründungen zu sein. Ein lokales Filialbank-Institut brauchte für die Bearbeitung unseres Kreditantrags so lange, dass wir schlussendlich bei einer anderen Bank gelandet sind und dort bessere Konditionen und mehr Engagement für unsere Sache bekamen. Schneller ging es dort allerdings auch nicht. Wir hatten drängenden Finanzbedarf durch Ladenbau und erste Warenbestellungen – auf dem Bankwege hätten wir das schmerzlich nach hinten schieben müssen. Das Crowd-Darlehen bot uns die Chance, schneller handlungsfähig zu werden. Und dann mit etwas mehr Ruhe die Bankfinanzierung über die Bühne zu bringen.

Wie waren Ihre Erfahrungen mit der Einwerbung der Mittel?

Was hat Sie überrascht? Vielleicht nicht unbedingt überrascht, denn zum Teil kannten wir Crowdfunding und –Lending schon zuvor, aber in schwarzweiß gesagt, ist es enorm, wie sich der Fokus dreht. Geht es bei der Bank in erster Linie um Businesspläne und Zahlen, geht es bei der Crowd um überzeugende Ideen und ein sympathisches, erfahrenes Team, dem zugetraut wird, das Ganze auch umzusetzen. Es geht viel mehr darum, eine gute Geschichte zu erzählen.Ihre

Beteiligung läuft seit rund drei Jahren. Gibt es aus dieser Zeit Erfahrungen mit Ihrer „Crowd“ bzw. haben Ihre Anleger Fragen, Rückmeldungen, Wünsche an Sie gerichtet?

Einige der Anleger kennen wir persönlich und da spricht man natürlich auch mal über dieses oder jenes – aber konkrete Fragen, Rückmeldungen oder Wünsche wurden nicht an uns heran getragen.

Welche Tipps haben Sie für Nachahmer?

Wenn es um kleine Projekte geht: keine Scheu davor bei Dingen wie einem Video hemdsärmelig und mutig vorzugehen. Da reicht ein Smartphone mit guter Kamera und Mikro. Und generell: Erzählt eine schlüssige Geschichte. Die Finanzierung über die Crowd hat zu Recht meist hohe Zinsen, denn – so ehrlich muss man sein – die Geldgeber tragen ja auch ein Risiko. Aus Unternehmersicht ist es dabei andererseits wichtig, die Konditionen genau unter die Lupe zu nehmen. In unserem Fall können wir beispielsweise zu jeder Zeit vorab tilgen.

Was sollten Interessierte aus Ihrer Erfahrung unbedingt vermeiden?

Alles auf eine Karte setzen. Im erneuten Gründungsfall würde ich sofort am Anfang eine Priorität auf die Finanzierung und mögliche Alternativen setzen und mehrere Wege parallel verfolgen. Wir haben zu Anfang viel zu lange Geduld mit der lokalen Bank gehabt. Plan B und C waren am Ende nicht nur schneller, sondern lieferten auch die besseren Konditionen.

Würden Sie aus heutiger Sicht wieder Crowdfunding nutzen?

Ja, sofort.

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